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Fehlercodes

Linde Fehlercodes – Liste & Bedeutung

Linde-Gabelstapler verwenden je nach Baureihe, Baujahr, Antriebsart und verbautem Steuergerät unterschiedliche Fehlercode-Systeme. Eine einzelne Liste, die für alle Linde-Flurförderzeuge gilt, gibt es deshalb nicht.

Fehlercodes helfen bei der Diagnose von Störungen in Fahrantrieb, Arbeitshydraulik, Hubsteuerung, Display, Motorsteuerung, Batterie und Ladegerät, CAN-Bus, Abgasnachbehandlung sowie an Sensoren und Sicherheitsfunktionen. Für die Fehlersuche muss deshalb immer zuerst die genaue Baureihe ermittelt werden – sie steht auf dem Typenschild.

Ein Code sollte nie nur anhand seiner Zahl gedeutet werden: „Fehler 201“ allein reicht nicht. Aussagekräftig ist erst die Kombination aus Baureihe und – wo vorhanden – Kennbuchstabe, etwa „Linde E20, Baureihe 387, Fehler T201“. Notieren Sie zusätzlich Baujahr, Antriebsart, Betriebszustand beim Auftreten und weitere gleichzeitig angezeigte Codes.

Sicherheitsrelevante Meldungen an Fahr-, Brems-, Lenk- oder Hubfunktion bedeuten: Fahrzeug nicht weiter betreiben, wenn die sichere Funktion nicht gewährleistet ist. Die folgende Übersicht ordnet die Systeme nach Baureihe; maßgeblich bleibt die zur Baureihe gehörende Service-Dokumentation.

Codefamilien im Überblick

Welche Bedeutung ein Code hat, hängt vom Steuergerät ab. Zuerst also klären, aus welcher Codefamilie die Meldung stammt (Baureihe/Typenschild).

SystemTypische CodesVerwendung
Linde LadegerätC100–C154Batterie / integriertes Ladegerät
LLC3201–99Hub- und Hydrauliksteuerung
Pathfinder / LAC1–499Information, Warnung, Steuerungsfehler
LAC Leistungscontroller801–861Fahr-/Hydraulik-Leistungselektronik
LHCT…, L…, D…Fahren, Heben, Display
VerbrennungsmotorP…Motor / Sensorik / Abgas
CAN-KommunikationU…Datenbus / Kommunikation
SondermoduleF…, R…, X…, Y…, Z…Filter, Datenlogger, Optionen

Ladegerät 386 / 387 (C-Codes)

Bei Elektrostaplern der Baureihen 386/387 (Modelle E12 bis E35) betreffen Codes mit dem Buchstaben C das integrierte Ladegerät und die Batterieüberwachung.

CodeBedeutung
C100Batteriespannung außerhalb des zulässigen Bereichs
C101Batterie während des Ladevorgangs getrennt
C102Druckverlust Elektrolytumwälzung; Ladeprogramm wird umgeschaltet
C103Druckverlust Elektrolytumwälzung; Abschaltung
C104maximale Ladezeit bzw. Ladefaktor überschritten
C105Zwangsumschaltung auf Nachladung
C106Sicherheitskennlinie aktiv
C109Netzspannung fehlt oder ist zu niedrig
C110Batterietemperatur zu hoch
C150Leistungsteil des Ladegeräts gestört
C152CAN-Bus-Fehler des Ladegeräts
C153falsches Ladegerät erkannt
C154Ladeentlüftung / Lüfter fehlerhaft
T553 + D170Fahrzeug eingeschaltet, während Netzspannung am Ladegerät anliegt
Zu einzelnen Codes nennen 387-Unterlagen konkrete Schwellen: C100 u. a. eine Zellspannung unter 1,0 V/Zelle oder über 3,0 V/Zelle, C110 eine Batterietemperatur über etwa 55 °C, C154 die aktive Ladeentlüftung bzw. deren Lüfterüberwachung.

Lift Control LLC32 (01–99)

Die LLC32-Hub-/Hydrauliksteuerung hat ein eigenes Codesystem: niedrige Nummern sind Informations-/Statuscodes, ab 20 folgen Fehlercodes.

Informationscodes 01–19

CodeBedeutung
01Selbsttest beim Einschalten nicht erfolgreich
02Joysticks beim Einschalten nicht neutral
04Sitzschalter nicht betätigt
05langsame Hubfunktion aktiv
06Hub-Stopp-Eingang aktiv
07Pumpenmotor überhitzt
08Reach-/Schubmast-Geschwindigkeitsbegrenzung aktiv
09Freigabe für Reach-Back fehlt
10Hubfunktion wegen fehlender Freigabe deaktiviert
11BDI-Sperre / Hubgeschwindigkeit reduziert
12UPA-Sperre aktiv
13Hauptschütz gelöst; nur Senken möglich
17Reach-Kalibriermodus aktiv
18kein Ventil erkannt
19Joystick-Kalibrierung ungültig

Fehlercodes 20–99

CodeBedeutung
20Hubventil Unterbrechung
21Senkventil Unterbrechung
22Reach-/Schubventil Unterbrechung
23Neigeventil Unterbrechung
24Seitenschubventil Unterbrechung
25Stromkalibrierung fehlerhaft
26Temperatursensor Hubmotor fehlerhaft
27Temperatursensor Leistungsstufe fehlerhaft
28Leistungselektronik überhitzt
30Kurzschluss Hub-/Senkventil
31Kurzschluss Reach-Ventil
32Kurzschluss Neigeventil
33Kurzschluss Seitenschubventil
3415-V-Versorgung / Joystick unplausibel
35Überstrom Hub-/Senkventil
36Überstrom Reach-Ventil
37Überstrom Neigeventil
38Überstrom Seitenschubventil
39Batteriespannung unplausibel
40–45Joysticksignale unplausibel
46–51Joysticksignal außerhalb Messbereich / Leitungsfehler
52–57Joysticksignal oberhalb Messbereich
59–60Kurzschluss an Zusatzhydraulikventilen
61kein Drehzahlsignal vom Pumpenmotor
62Reach-/Schubsensor fehlerhaft
63Reach-Endlagenkalibrierung ungültig
64Fahrzeug oberhalb Referenzhöhe abgeschaltet
66–67Überstrom Zusatzhydraulikventil
68Ventil-Selbsttest fehlgeschlagen
69Sicherheitsrelais fehlerhaft
71–99interne LLC-/Plausibilitätsfehler

Pathfinder / LAC (1–499)

Ein Linde Service Guide beschreibt ein Diagnosecodesystem von 1 bis 499, grob nach Fehlerart gegliedert. Für die weitergehende Diagnose wird die Linde-Software Pathfinder eingesetzt.

BereichBedeutung
1–99Informations-/Statuscodes
100–199Warnungen
200–299Ein-/Ausgangs- und Peripheriefehler
300–399Leistungsstufen-/Versorgungsfehler
400–499interne Steuerungs-/Sicherheitsfehler

Status-/Informationscodes (1–99) – Beispiele

CodeBedeutung
1Startbedingung noch nicht erfüllt
2Fahrpotentiometer neutral
3Deichsel freigegeben
4Deichsel neutral / Schleichfahrt betätigt
5Initialhub nicht freigegeben
6Hubgerüstpotentiometer neutral
7Hub-/Senkbefehl bereits beim Einschalten aktiv
33Heben gewählt
34Senken gewählt
35Batteriespannung niedrig
36Batterie nahezu leer
39Batterieladung unter ca. 20 %
40–42erhöhte Controller-/Leistungsteiltemperatur
44Leistungsteiltemperatur erhöht
45Motortemperatur extrem hoch
46–47Leistungsreduzierung wegen Temperatur
48–49Hubhöhen- / Geschwindigkeitsbegrenzung
98Fahrgeber-Kalibrierung fehlt
99Hubgerüstpotentiometer-Kalibrierung fehlt

Warnungen (100–199)

CodeBedeutung
101–102Lastsensorsignale unplausibel
103Startsignal zu lange aktiv
110Bremssteuerung bzw. Bremseinstellung fehlerhaft
111Widerstand der Bremsspule zu niedrig
112Widerstand der Bremsspule zu hoch
113Bremswirkung zu gering
115Radwechselmodus aktiv
116Mast-/Lastsensorsignale unplausibel
117Leistungsbegrenzung wegen hoher Stromaufnahme
120Vorladevorgang fehlgeschlagen
127Fahrgeber aktiv, obwohl Deichsel nicht in Fahrstellung
131interner Steuerungsfehler; weitere Codes prüfen
140Fahrgeberspannung außerhalb Toleranz

Ein-/Ausgangs- und Peripheriefehler (200–299)

CodeBedeutung
201Sensorspeisespannung zu hoch
202Sensorspeisespannung zu niedrig
203Deichselschaltersignale unplausibel
204Schleichfahrtschalter unplausibel
205Hubhöhensignale widersprüchlich
206Batteriespannung unter ca. 9 V
227Fahrpotentiometerspannung zu hoch
228Fahrpotentiometerspannung zu niedrig
230erforderliche Drehmomentreduzierung fehlt
231kein Geschwindigkeitssignal trotz Motordrehmoment
232Signale zur Geschwindigkeitsreduzierung unplausibel
234–235Deichselpotentiometer außerhalb Bereich
237Summenspannung Deichsel zu hoch
238Summenspannung Deichsel zu niedrig
240Controller-Temperatur erhöht
241–242Controller-Temperaturfehler
243Radwechselmodus konnte nicht aktiviert werden
244Leistungskondensatoren beim Start nicht korrekt entladen
245Motortemperatur zu hoch
246–247Motortemperatursignal fehlerhaft
248Fehler im Radwechselmodus
251–254Sicherheitsrelais / interne Sicherheitssteuerung fehlerhaft
260Batteriestatus ungültig
261–262Hauptschützansteuerung fehlerhaft
263–264Hauptschützkontakt fehlerhaft
265–266Batterieentladestrom zu hoch
267Batteriealarm
268Lithium-Ionen-Konfiguration / BMU-Kommunikation unplausibel

Leistungselektronik (300–399)

CodeBedeutung
302–305Stromsensorwerte außerhalb des zulässigen Bereichs
330permanente Störung der Leistungstransistor-Ansteuerung
340Kondensatorspannung zu hoch
351–353Motorphase U bzw. Phasensignal unterbrochen

Hubgerüst / Sensorik (300–399)

CodeBedeutung
355Höhensensoren 200/800/1500 mm unplausibel
3561500-mm-Sensor aktiv, niedrigere Sensoren fehlen
357800-mm-Sensor aktiv, 200-mm-Sensor fehlt
358800/1500-mm-Sensor aktiv, 200-mm-Sensor fehlt
3591500-mm-Sensor aktiv, 800-mm-Sensor fehlt
360widersprüchliche Gabelhöhen-/Senkensignale
366Ventilspannung vorhanden, aber kein Strom
367Ventilstrom erkannt, obwohl keine Spannung angefordert
370Initialhub Heben und Senken gleichzeitig aktiv
373–374Hubmotorspannung weicht vom Sollwert ab
377Überstrom Hub-Leistungsteil
378Hubpotentiometerspannung zu niedrig
379Hubpotentiometerspannung zu hoch
380–383Fahrzeug-/Mastkonfiguration unplausibel
384–387Ventilausgang stimmt nicht mit Anforderung überein

Interne Sicherheits-/Prozessorfehler (400–499)

Dieser Bereich wird überwiegend für interne Sicherheits-, Prozessor- und Plausibilitätsfehler verwendet, u. a.:

Prozessor-Selbsttest Sicherheitsprozessor Versorgungsspannungsüberwachung interne Kommunikation Ausgangsüberwachung unerwartete Hub-/Senkbefehle Plausibilitätsprüfung der beiden Prozessoren

Beispiel 404: bei einer LHC-Variante mit einer Abweichung der überwachten 5-V-Versorgung des Sicherheitsprozessors in Verbindung gebracht; die genaue Definition ist versionsabhängig. Fehler aus 400–499 können sicherheitsrelevant sein – Fahrzeug dann nicht weiter betreiben, wenn die sichere Funktion nicht gewährleistet ist.

LAC-Leistungscontroller (801–861)

Bei der Reach-Truck-Baureihe 115-03 arbeiten mehrere getrennte Diagnosesysteme; die Fehlernummern reichen über 499 hinaus. Die folgenden Codes betreffen die Leistungselektronik (Fahr- und Hydraulik-Leistungscontroller).

CodeBedeutung
801Stromsensor Phase U – Offset oberhalb Grenzwert
802Stromsensor Phase U – Offset unterhalb Grenzwert
803Stromsensor Phase W – Offset oberhalb Grenzwert
804Stromsensor Phase W – Offset unterhalb Grenzwert
810Drehzahlsensorfehler
813Temperatur Leistungsteil über ca. 100 °C
820permanenter Treiberfehler im Leistungsteil
821Treiberfehler / Überstrom bzw. interne Versorgung
855Batterie-/Kondensatorspannung zu hoch
86013-V-Versorgung zu hoch
86113-V-Versorgung zu niedrig

Buchstabencodes (Baureihe 393 / 394)

Bei verschiedenen Verbrenner-Baureihen wird der Fehler zusätzlich dem betroffenen System zugeordnet. Anzeigereihenfolge: T → L → D → F → R → X → Y → Z. Die eigentliche Auswertung erfolgt mit dem Diagnoseprogramm.

PräfixSystem
TTraction / Fahrantrieb
LLift / Hydraulik
DDisplay
FPartikelfilter
RRecorder / Datenlogger
Xkundenspezifische Option 1
Ykundenspezifische Option 2
Zkundenspezifische Option 3

Motorcodes (P-Codes, Dieselmodelle)

Bei Dieselmodellen kommen Motor-DTCs (P-Codes) hinzu. Beispiele:

CodeSystem
P0101Luftmassen-/Luftmengensignal unplausibel
P0102Luftmengensignal zu klein
P0103Luftmengensignal zu groß
P0112Ansauglufttemperatursignal zu klein
P0113Ansauglufttemperatursignal zu groß

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere P-Codes, u. a. für:

Kurbelwellensensor Nockenwellensensor Raildruck Einspritzventile Ladedruck AGR Lambda-Sensor Abgastemperatur Dieselpartikelfilter Differenzdrucksensor Kraftstofftemperatur Kommunikation mit dem Motorsteuergerät

Die genaue P-Code-Liste hängt vom eingebauten Motor und Motorsteuergerät ab.

Neuere Controller (CAN & BMS)

Achtung – gleiche Nummer, andere Bedeutung: Bei neueren Linde-Controllern bezeichnen z. B. 201/202 eine Über-/Unterspannung, während dieselben Nummern bei einer Pathfinder/LAC-Steuerung die Sensorspeisespannung meinen. Ein Code ist ohne Baureihe und Steuergerät nicht eindeutig.
CodeBedeutung
201Überspannung
202Unterspannung
255CAN-Leitung offen / Kommunikation unterbrochen
256CAN-Leitungsfehler oder Kurzschluss
262Netzwerk-Heartbeat Timeout
263RPDO-Kommunikation Timeout
264Hauptschütz-/Vorladefehler
276Steuergerät wegen Systemfehler blockiert
277BMS meldet Ladebetrieb
278BMS fordert Systemstopp
279BMS meldet Fehlerzustand
280BMS fordert Strombegrenzung
281Lenkwinkelsensor fehlerhaft
282CAN-Protokoll-/Konfigurationsfehler
Eine universelle Tabelle „Code → Bedeutung“ reicht für Linde nicht aus: dieselbe Nummer kann je Steuergerät etwas anderes bedeuten. Maßgeblich ist die zur Baureihe und Fahrzeugausführung gehörende Service-Dokumentation. Arbeiten an Hochstrombatterie, Leistungselektronik, Fahrantrieb, Hydraulik, Hubsystem, Sicherheitseinrichtungen und CAN-Bus gehören in die Hände qualifizierter Personen.

Fehlercodes anderer Marken

Fehlercodes sind herstellerspezifisch. Übersichten für weitere Marken im Stapler-Wiki:

Teil nicht identifizierbar? Zwei Fotos genügen – das Typenschild und das defekte Teil. Unser technischer Service findet das passende Ersatzteil.

Mehr zu Linde

Häufige Fragen

Bei der Baureihe 393 steht T für den Fahrantrieb (Traction). Als markenweit sichere Regel für jede Baureihe gilt das aber nicht – die Bedeutung muss für die konkrete Baureihe geprüft werden.

Nur wenn die Betriebsanleitung das ausdrücklich vorsieht. Ein Reset ersetzt keine Diagnose.

Vollständiger Fehlercode, Modell, Seriennummer, Betriebszustand beim Auftreten und möglichst ein Foto des Displays.